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Ensisheim 

Der Fall des Meteoriten Ensisheim ist einer der ältesten Meteoritenfälle Europas, der beobachtet wurde und von dem noch Meteoritenmaterial vorhanden ist. Am Vormittag des 7. November 1492  trat ein 127 kg schwerer Steinmeteorit mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Der Meteorit zog, eine Leuchtspur hinter sich her ziehend, unter lautem Donnern über den Himmel und landete schliesslich in der Nähe des elsässischen Städtchens Ensisheimauf einem Acker.  

Das Ereignis wurde von zahlreichen Augenzeugen beobachtet, darunter Albrecht Dürer, der seine Eindrücke in einer farbigen Zeichnung festhielt. Der Fall erregte großes Aufsehen.  

Der deutsche König Maximilian I. reiste extra an, um den Donnerstein zu sehen. Da er dachte, der Teufel würde etwas mit dem Stein zu tun haben, liess er den Meteoriten in Ketten legen und in der Pfarrkirche aufhängen. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Stücke des Meteoriten abgeschlagen, die sich heute in Museen und Sammlungen befinden. Das Reststück von 55,75 kg kann im Museum Palais de Regence in Ensisheim besichtigt werden. 

 


 Winona 

Der Meteorit wurde 1928 bei archäologischen Ausgrabungen im prähistorischen Elden Pueblo bei Winona in Amerika gefunden. Die Siedlung wurde zwischen etwa 1070 und 1275 von dem als Sinagua bekannten indianischen Volk bewohnt. Der Meteorit fand sich im Boden unter einem Raum, begraben in einer Steinkiste. Der Fund weist darauf hin, dass der Meteorit als ein heiliges Objekt betrachtet wurde, wahrscheinlich nachdem sein Fall beobachtet wurde. 

Winona
Winona



 Der Wabar-Meteorit

In Südarabien, zwischen den flachen Gewässern des Persischen Golfs im Osten und dem Roten Meer, liegt eine Wüste so breit wie der Bundesstaat Texas. Jahrelang schien diese Wüste undurchdringlich. Auch TE Lawrence, ein erfahrener Wüstenspezialist sagte, dass "nur ein Luftschiff es überschreiten könnte," und Beduinen warnten den englischen Entdecker Harry St. John Philby, dass es dort kein Wasser gibt und kein Mensch dorthin gehen sollte." Im Jahr 1932 war aber Philby nicht in der Stimmung, solche Warnungen zu hören. Seit 14 Jahren hatte er auf eine Chance gewartet, um eine seltsame Geschichte, die er bei Beduinen im Jahre 1918 gehört hatte zu überprüfen: Irgendwo in dieser Wüste sollte eine Ruinenstadt namens Wabar liegen. Nach den Legenden der Beduinen soll Wabar von einem zerstörerischen Wind zerstört worden sein, weil der böse Herrscher 'Ad die Warnungen seines Bruder Hud ignoriert hatte. Die Legende nach hiess es auch, dass in der Nähe dieses verlorenen Ortes ein Block aus Eisen lag, der so gross wie ein Kamelbuckel sei. Philby vermutete, dass das Eisen aus dieser Stadt von grossem Wert sein könnte. 


Er lernte Arabisch, konvertierte zum muslimischen Glauben und zog sich ein Beduinengewand an. Philby hatte sich zu diesem Zeitpunkt entschlossen, das Geheimnis von Wabar zu lüften und gleichzeitig als Forscher, der erste Europäer zu sein, der diese Wüste durchquert. Leider wurde ihm diese Ehre verweigert. Im Jahr 1931, ein Jahr vor Philbys Expedition war es Bertram Thomas, der diese Wüste als erster Europäer durchquerte. Thomas war ein Freund Philbys gewesen, weshalb sich Philby verraten fühlte und sich anscheinend über eine Woche in einem Zimmer einschloss. Philby überwand seinen Frust und entschied sich, die Stadt Wabar zu suchen.

 An einem kalten Januarmorgen im Jahre 1932, nur wenige Tage nach dem König 'Abd al-Aziz Al Saud grünes Licht gab, zog Philby mit 15 erfahrenen arabischen Helfern in "einem Ozean aus Sand", wie er später schrieb. Es war eine grosse Expedition: 32 Kamele wurden mit Säcken von Reis, Datteln und Kaffee beladen. Es sollte genügen, um eine 75 Tage dauernde Expedition zu überstehen. Trotzdem zwangen die unerträgliche Hitze und der Wassermangel die Hälfte der Expeditionsteilnehmer zur Rückkehr. Während eines langen Marsches, die Tiere gingen zwei Tage ohne Nahrung, und 10 Tage fast ohne Wasser, mussten sogar zwei Kamele geschlachtet werden, um genügend Nahrung zu haben. Die zwei arabischen Führer, Ali Jahman und Salim Suwailim, die sich nur auf ihre Erinnerungen und ihr aussergewöhnliches Gefühl für die Orientierung in der Wüste verliessen, führten die Gruppe nach einem Monat auf Reisen nach Wabar. Für Philby war der erste Anblick von Wabar enttäuschend, Er fand keine Ruinen einer Stadt, sondern nur einen erloschenen Vulkan, der zwei Krater nebeneinander hatte. Überrascht und tief enttäuscht schrieb er in sein Tagebuch: "Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte..." Dennoch war Philby fasziniert vom Ort. Die Kraterränder hatten irgendwie die Form von Schlösserwänden. Und so suchten die Entdecker mehrere Tage nach Hinweisen bis sie ein kleines Fragment von Eisen in der Grösse eines Kaninchens fanden. Auch seine Begleiter waren enttäuscht. Sie stopften ihre Satteltaschen mit tiefschwarzen glänzenden Perlen voll, von welchen sie nicht wussten, woher diese kamen. Einige erzählten, dass die Stadt zerstört wurden und die Damen des Harems auf der Flucht einige Tränen vergossen, welche im Sand zu finden waren. Andere glaubten, dass sie verbrannte Perlen, welche in den Schlössern waren, gefunden hatten.

Was Philby und seine Gefährten entdeckt hatte, war aber der Ort eines seltenen kosmischen Zufalls. Wissenschaftler heute zählen drei Krater. Der grösste Krater misst etwa 91 Meter im Durchmesser, genau das, was Philby auch gemessen hatte. Nach seiner Reise schickte Philby sein Kaninchen-Fragment an Dr. LJ Spencer des Britischen Museums zur Analyse.  Ein paar Jahre nach Philbys Tod, suchte der National Geographic Autor und Fotograf Thomas J. Abercrombie die Wabarkrater und fand auch das Kamelhöcker-Fragment. 


Der Meteorit von Sylacauga

Allgemein wird die Wahrscheinlichkeit, von einem herabstürzenden Meteoriten getroffen oder verletzt zu werden, als sehr niedrig eingestuft. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war zumindest kein Fall dieser Art dokumentiert worden. Berichte aus dem 15. Jahrhundert über vom Himmel herab regnende Steine in China, denen angeblich Hunderte, wenn nicht Tausende von Menschen zum Opfer gefallen sein sollen, werden jedenfalls mit großer Skepsis betrachtet, und entsprechendes gilt für viele andere Erzählungen beziehungsweise Gerüchte über Tote durch einen Meteoritentreffer. 

Vor 72 Jahren verlor der Himmel allerdings seine Unschuld: Als erster belegter quasi-kosmischer Unfall ging der Meteoritenfall von Sylacauga in die Geschichtsbücher ein. Er sorgte am Nachmittag des 30. November 1954 in einem Vorort der gleichnamigen amerikanischen Kleinstadt im US-Bundesstaat Alabama für Aufsehen.

Damals lag die 31-jährige Ann Elizabeth Hodges auf ihrem Sofa, als plötzlich ein Gesteinsbrocken von der Größe einer Grapefruit das Dach des Fachwerkhauses durchschlug, ein Radiogerät beschädigte, an einem Holzregal abprallte und so gegen Mrs. Hodges linke Hüfte gelenkt wurde, ehe er schließlich rauchend und qualmend am Boden liegen blieb. 


Die Dame trug eine heftige Prellung samt Blutergüssen davon, konnte aber nach dem Schrecken noch aufstehen und davon humpeln, um Hilfe herbeizuholen. Bleibende Schäden sind nicht überliefert - Mrs. Hodges starb 18 Jahre nach dem dramatischen Ereignis eines natürlichen Todes. 


Peekskill

Der Meteorit Peekskill ist ein ursprünglich 12,4 Kilogramm schwerer gewöhnlicher Chondrit. Sein Fall erregte durch die Umstände besonderes Aufsehen, als er am 9. Oktober 1992 gegen 19.50 Uhr in Peekskill, US-Bundesstaat New York, in der Wells Street 201 mit lautem Knall in den Kofferraum des geparkten Chevrolet Malibu der 18-jährigen Studentin Michelle Knapp einschlug und im Asphalt der Auffahrt zum Haus ihrer Eltern landete. Im Boden verursachte er ein 15 Zentimeter tiefes Loch. Niemand wurde verletzt.

Die Halterin des getroffenen Wagens, die glaubte, einen Autounfall gehört zu haben und nach dem Rechten sah, konnte sich davon überzeugen, dass der Stein unter dem demolierten Autoheck noch warm war. Der später als Peekskill-Meteorit bezeichnete Brocken war so gross wie ein Fussball und hatte rote Lackspuren auf der schwarzen, verkohlten Oberfläche seiner Schmelzkruste. Zuvor sahen an jenem Freitag mindestens 14 Bewohner von Peekskill und Umgebung aussergewöhnliche Leuchterscheinungen am Himmel und machten teils auch Videoaufnahmen davon. Der ursprüngliche Meteoroid zerfiel bei seinem Flug durch die Erdatmosphäre in über 70 Einzelteile. Die gut dokumentierte Flugbahn der Meteore war ungewöhnlich flach. Ihre Geschwindigkeit betrug über 50.000 Kilometer pro Stunde; binnen 40 Sekunden hinterliessen sie eine Leuchtspur von insgesamt 700 Kilometern Länge. Der Peekskill-Meteorit landete mit einer Geschwindigkeit von 80 Metern pro Sekunde und blieb das einzige aufgefundene Fragment.

Der Meteoritensammler Allan Langheinrich kaufte Michelle Knapp den vom Einschlag gezeichneten 1980er Chevrolet Malibu Classic V8 ab und tourte mit ihm und einem 656 Gramm schweren, abgesägten Teil des Steinmeteoriten zur Verleihung an Ausstellungen um die Welt.

 

 Barbotan

Am 24. Juli 1790 fiel bei Barbotan in der Gascogne ein Steinhagel mit unzähligen Steinmeteoriten, von denen der grösste 9 Kilogramm wog. Der Bürgermeister des Ortes sandte ein von 300 Personen unterschriebenes Protokoll  des Ereignisses an die Akademie der Wissenschaften in Paris. Die Mitglieder der gelehrten Körperschaft wussten vorerst nicht, was sie davon halten sollten, bis sich der Physiker Pierre Bertholon 1791 entschloss, im <Journal des Sciences utiles> (Journal der nützlichen Wissenschaften) ein Gutachten zu veröffentlichen. Er schrieb: „ Wie traurig ist es, einer ganzen Gemeinde zuzuschauen, die den Versuch unternimmt, Volksmärchen durch ein formelles Protokoll zu bestätigen.....“. 



Mauerkirchen

Im Jahr 1768 kam es im bayerischen Mauerkirchen zum Niedergang eines Meteoriten. Am 20. November des Jahres fiel der mit 21,3 Kilogramm bis heute schwerste Steinmeteorit auf damals bayerisches Territorium. Kurfürst Maximilian III. Josef verschenkte seine Bruchstücke an zahlreiche ausländische Herrscherhäuser. Das Hauptstück befindet sich heute im Museum Reich der Kristalle in München.

Mauerkirchen

Mehrere Augenzeugen in Mauerkirchen, heute Oberösterreich, beobachteten den niedergehenden Meteoriten:

„Das Wunder ist folgendes: Den 20ten November dieses Jahres abends nach 4 Uhr bey einem gegen Occident [Westen] merklich verfinsterten Himmel hörten zu Maurkirchen verschiedene ehrliche Leute, welche darüber eidlich vernommen worden, ein ungewöhnliches Brausen und gewaltiges Krachen in der Luft, gleich einem Donner und Schießen mit Stucken [Kanonen]. Unter diesem Luftgetümmel fiel ein Stein aus der Luft in des Georg Bart, Söldners, Feld herab. Dieser Stein machte, nach obrigkeitlichem Augenschein eine Grube von 2 ½ Schuh tief in die Erde.“

Der Meteorit wurde anschließend vermessen: Der Stein sei nicht ganz einen Schuh lang (rund 30 Zentimeter), und sechs Zoll breit (etwa 15,6 Zentimeter). Er wiege „38 Bayerische Pfunde“ (rund 21,3 Kilogramm). Er sei von einer „so weichen Materie, dass er sich mit Fingern zerreiben lässt. Die Farbe davon ist blaulecht [bläulich], mit einem weißen Flusse oder Fließerlein vermengt, außen aber ist er mit einer schwarzen Rinde überzogen.“


In späterer Zeit analysierten der Meteoritenforscher Ernst Florens Friedrich Chladni und der Geologe Carl Wilhelm von Gümbel den Stein ausführlich. Gümbel stellte ein mikroskopisches Dünnschliffbild des Meteoriten her und beschrieb die Hauptmasse des Steins als lichtgrau gefärbt und durch eingestreutes Meteoreisen schwarz punktiert. Er bestehe aus Olivin, Feldspat, Augit, sowie aus Meteor-, Schwefel- und Chromeisen.

Nach der ersten Untersuchung in Straubing wurden die Trümmer des Steines 1769 zur kurfürstlichen Verwaltung nach München gebracht. Bayerns Kurfürst Maximilian III. Josef verschenkte zahlreiche Bruchstücke an ausländische Herrscherhäuser. Die Teile sind heute in 57 Sammlungen und Museen auf der ganzen Welt zu besichtigen.

Das Hauptstück mit einem Gewicht von ca. 8,8 Kilogramm verblieb für 100 Jahre im Besitz der bayerischen Krone und wurde dann 1869 von König Ludwig I. der Mineralogischen Staatssammlung übereignet. Es überstand - im Gegensatz zu anderen wichtigen Stücke der Bayerischen Meteorite - einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg, wahrscheinlich weil es versehentlich an einem dafür nicht vorgesehenen Ort einsortiert worden war.[2] Heute ist dieses wichtigste Trümmerstück im Museum Reich der Kristalle der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns in München ausgestellt. 


Wold Cottage

Der Wold Cottage Meteorit (auch bekannt als Wold Newton Meteorit) ist ein als L6-Chondritklassifizierter Meteorit, der im Dezember 1795 nahe der Gemeinde Wold Newton, in der englischen Grafschaft Yorkshire, niederging.

Am 13. Dezember 1795 um 3 Uhr nachmittags (Ortszeit) schlug der Meteorit in die Nähe der Wold-Cottage-Farm ein. Das Ereignis wurde von mehreren Augenzeugen beobachtet, welche auch von mindestens einer Explosion berichteten. Der Chondrit hinterließ einen Krater von etwa 90 cm Durchmesser und erreichte eine Tiefe von knapp 50 cm. Unmittelbar nach seinem Fund wurde das Gewicht von Wold Cottage auf rund 25 kg bestimmt.

Zusammen mit anderen Meteoriten, wie etwa L’Aigle, leistete Wold Cottage einen wichtigen Beitrag zur Anerkennung des kosmischen Ursprungs dieser Gesteine. Dieser war zur damaligen Zeit unter Wissenschaftlern noch sehr umstritten. Der Besitzer des Landes auf dem der Meteorit einschlug, Edward Topham, errichtete 1799 an der Stelle des Einschlages ein Denkmal. Es trägt die Inschrift

„Here on this spot, December 13, 1795 fell from the atmosphere an extraordinary stone. In breadth twenty-eight inches, in length thirty-six inches and whose weight was fifty-six pounds. This column in memory of it was erected by Edward Topham, 1799.“

„Hier an dieser Stelle fiel am 13. Dezember 1795 ein außergewöhnlicher Stein aus der Atmosphäre. 28 Zoll breit, 36 Zoll lang und sein Gewicht betrug 56 Pfund. Diese Säule wurde zur Erinnerung an ihn 1799 von Edward Topham errichtet.“




Willamette 

Willamette ist der Name eines Meteoriten, dessen Fund im US-amerikanischen Staate Oregon behördlich mit dem Jahre 1902 angegeben wird. Er ging jedoch schon mehrere tausend Jahre zuvor auf die Erde nieder.

Der Willamette-Meteorit ist als Eisenmeteorit der Klasse IIIAB klassifiziert, als Mittlerer Oktaedrite (Om).

Mit der Größe eines Kleinwagens – die Länge beträgt 3 m, die Breite 2,16 m, die Höhe 1,26 m – ist der Willamette der größte Meteorit, der bisher in den USA gefunden wurde und galt zum Zeitpunkt seiner Auffindung als drittgrößter der Welt, heute als sechstgrößter.

Er hat ein Gewicht von 15,5 t. Es wurde errechnet, das bis zu 6 t des Meteoriten durch Wettereinflüsse im Laufe der vergangenen 13.000 Jahre abgetragen wurden. Das würde ein Originalgewicht von 21 t ergeben.Wissenschaftler vermuten, dass er aus dem Asteroiden-Gürtel zwischen Mars und Jupiter stammt und ein Teil des Eisenkerns eines Planeten war, der mit einem anderen Himmelskörper vor Milliarden Jahren kollidierte.

Bezeichnend für sein Aussehen ist die konische Form und die stark löchrige Oberfläche, mit Aushöhlungen bis zu 50 cm Tiefe. Die großen Aushöhlungen an der flachen Seite des Meteoriten wurden nicht im All, sondern erst auf der Erde durch Witterungseinflüsse geformt. Sie entstanden durch die chemische Reaktion von Regenwasser mit den Einsensulfiden des Gesteins, wodurch eine schwache Schwefelsäure entstand. Die Ätzung dieser Säure, ein extrem langsamer Prozess, zersetzte das Metall und schuf die Hohlräume, die heute zu sehen sind. Dr. John Wasson, Experte für Eisenmeteoriten an der UCLA, schrieb zu den ungewöhnlichen Blasen am Rande eines Einschlusses: „Diese Blasenbildung ist faszinierend. Wir können uns nicht daran erinnern, je so kantige Eisensulfid Segmente in einer Gesteinsschmelzung gesehen zu haben.“

Der Meteorit wurde im Jahre 1902 von Ellis Hughes entdeckt, am östlichen Ende des Tualatin Valley, ca. 3 km nordwestlich des Ortes West Linn, Oregon.

Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass er nicht dort niedergegangen ist, sondern im Gebiet des heutigen KanadaGletschereis, das die nordamerikanische Landschaft vor ca. 15.000 Jahren prägte, transportierte den Meteoriten bis in das heutige Willamette Valley. Seine Spitze war etwa 1 m im Erdboden vergraben, die gegenüberliegende Seite lag fast parallel zur Erdoberfläche. Das umliegende Erdreich war mit Nickel angereichert.

Zur Enttäuschung des Finders wurde der Besitz des Meteoriten zunächst der Oregon Iron and Steel Companyzugesprochen, auf deren Land er gefunden wurde. Seit 1905 wurde er öffentlich ausgestellt. 1906 wurde er für 20.600 US-$ von Mrs. William Dodge gekauft und an das American Museum of Natural History gespendet, wo er seit dem 7. Juni 1906 zu besichtigen ist. Der Kaufpreis war damals der höchste, der jemals für ein einzelnes Objekt des Museums ausgegeben wurde.

Die Clackamas-Indianer, die das Gebiet des Willamette Valley bewohnten, bevor die ersten europäischen Siedler kamen, gaben dem Stein den Namen Tomanowos. Sie schrieben ihm göttliche und heilende Kräfte zu, und sahen ihn als Verbindung zwischen Himmel, Erde und Wasser. Darauf aufbauende spirituelle Traditionen haben bis heute Bestand. 1990 zog die Vereinigung der Ureinwohner vor Gericht, um ihre Besitzansprüche am Meteoriten geltend zu machen. Im Jahre 2000 unterzeichneten das Museum und die Confederated Tribes of the Grand Ronde Community of Oregon eine Vereinbarung. Sie legt fest, dass der Meteorit für wissenschaftliche Zwecke im Museum verbleibt, der Stamm jedoch für religiöse, geschichtliche und kulturelle Zwecke Zugang erhält. Sollte das Museum den Willamette-Meteoriten langfristig nicht mehr ausstellen, fällt er der Grand Ronde Community zu.

1998 tauschte das Museum das Kronenstück des Meteoriten gegen ein Stück Marsgestein eines privaten Sammlers (Daryll Pitt) ein. Für den neuen Besitzer aus New York ein lohnendes Geschäft: Kurzerhand schnitt er eine dünne Scheibe von dem Meteoriten-Stück ab. Die nur 100 Gramm schwere Scheibe erzielte einen Preis von rund 13.000 Euro. Deren Käufer bot wiederum Mini-Stücke des Meteoriten zum Kauf an. Nachfahren der Clackamas-Indianer protestierten gegen den Astro-Kommerz. Das Kronenstück wurde zwischenzeitlich für 1.3 Millionen Dollar zum Verkauf angeboten. Da das Stück nicht verkauft wurde, werden seither immer wieder kleinere Stücke gehandelt.

 

Rokitzan Meteorwrong

 

Haidingers Forschungsprobe des Rokitzan-Meteoriten mit Schnittanweisung und -skizze von W. von Haidinger -  signiert und datiert 1863 (in Papier eingewickelt, an verschiedenen Stellen repariert).
Provenienz: K. Wiesenfeld / F.A. Nickerl / H.J. Zeidler, Kloster Strahov / W. von Haidinger




Diese Scheibe wurde nach seinen Anweisungen geschnitten und zur Herstellung der galvanoplastischen Drucke verwendet, die veröffentlicht wurden in: Haidinger, W. (1864), Drei Fund-Eisen, von Rokitzan, Gross-Cotta und Kremnitz. Wein, Ber. XLIX 2, S. 480-489

Im Jahr 1862 stellte Frantisek Antonin Nickerl (1813-1871) vom Prager Nationalmuseum ein neues Meteoreisen vor (Nickerl, 1862), welches er von Karl Wiesenfeld vom Polytechnischen Institut erworben hatte (Die Masse wurde etwa 20 Jahre zuvor auf einer Wiese in der Nähe eines Waldes entdeckt). Die chemische Analyse wurde von J. Stolba (1839-1910), einem Chemiker am Polytechnischen Institut in Prag, durchgeführt. Ein Jahr später wurde der „Meteorit“ unter dem Namen „Rokycan“ veröffentlicht (Buchner, 1863:200). Das Rokitzan-Eisen wurde 1854 vom Kloster Strahov in Prag, kuratiert vom Prälaten Hieronymus Joseph Zeidler (1790-1870), von Nickerl erworben. Als Moritz Hörnes (österreichischer Prähistoriker) auf dieses neue Eisen aufmerksam wurde, bat er um eine Schenkung an das Königliche Mineralienkabinett. Haidinger begann daraufhin mit der Arbeit und liess die chemische Analyse von seinem Kollegen Franz Hauer (1822–1899) durchführen. Die Ergebnisse widersprachen Stolbas Analyse. Tatsächlich war Rokitzan kein Meteorit (Haidinger, 1864).


Haidingers Original-Schneideanleitung für die Rokitzan-Messe lautet: „Bitte so schnell wie möglich zurücksenden. Bei AB abschneiden, dann weitermachen und das kleine Stück bei CD in zwei Teile schneiden. Alle Schnittflächen müssen poliert werden, ausserdem die beiden grössten Flächen. Die kleinen Fehlstellen ebenfalls abschleifen. | 6. Nov. 1863 W. Haidinger".
In Buchner (1863) wird Rokitzan oder „Rokycan“ als Meteorit beschrieben: „Ende 1862 war dort ein meteorisches Eisen bekannt, das einige Jahre zuvor gefunden worden war. Es wog etwa 2 K und befindet sich jetzt in der Sammlung des Prälaten Zeidler in Strahov.“ Dann folgt die chemische Analyse von J. Stolba, wie sie von Nickerl (1862) angegeben wurde.



Norton County Meteorite mit Kruste

Norton County-Exemplar von 1,8 g aus der persönlichen Sammlung von Lincoln LaPaz. Während die meisten Exemplare aus Norton County in der UNM-Sammlung (Universität von New Mexico) gesichert waren, wählte LaPaz einige für seine persönlichen Studien aus. Während verkrustete Fragmente sind extrem selten. Dieser kleine Halbstein ist wohl eines der besten Beispiele.


Handschriftliche Notiz von LaPaz: „Dieses 19,8 [durchgestrichene und durch 59,3] Gramm schwere Stück des Achondrits, das am 18. Februar 1948 fiel, ist nur insofern „atypisch“, als es teilweise verkrustet ist. Bei den kleineren Fragmenten nicht.“ Es wurde festgestellt, dass bei 1 von 100 Schmelzverkrustungen zurückgeblieben sind. Dieses Stück wurde auf Bill Janeills Farmen in der Gemeinde Rockbranch, Norton County, Kansas, nur wenige Straßen [?] vom Teich [?] entfernt, wo er die erste Entdeckung machte gefunden.

Kabinettfoto von Lincoln LaPaz, produziert von Holiday House, New York, ca. 1961 für die Publikation „Space Nomads, Meteorites in Sky, Field, & Laboratory“ von LaPaz und LaPaz (1961) / (Einzigartiges Originalfoto aus dem LaPaz-Nachlass)


Prof. Lincoln LaPaz (1897–1985) war Direktor des Institute of Meteoritics der University of New Mexico (UNM), welches er 1944 gründete. Nur vier Jahre später fiel in Norton County, Kansas, der grösste jemals gefundene Achondrit. LaPaz war der Hauptermittler dieses historischen Meteoritenfalls.

 

Gebel Kamil

Gebel Kamil (gesprochen "dschebel kamil") ist der Name eines Meteoriten, dessen Krater (Kamil-Krater) in der Umgebung des Berges Djebel Kamil in Ägypten gefunden wurde.

Im Jahre 2009 entdeckte der Italiener Vincenzo De Michele mit Google Earth in der Wüste im südwestlichen Ägypten nahe der Grenze zum Sudan einen Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 45 Metern. 

Der Krater ist zirka acht Meter tief. Auf Satellitenaufnahmen können die Experten sehen, dass dieser Krater noch sehr jung sein muss, weil das Material, das beim Einschlag fortgeschleudert wurde, noch zu sehen ist. Die Forscher gehen davon aus, dass der Einschlag jünger als 5000 Jahre ist, da menschliche Spuren durch Auswurfmaterial überdeckt sind. Im Umfeld des Kraters konnte Impaktglas identifiziert werden. Beim Einschlag des Meteoriten wurde der Sand, bzw. der Sandstein auf der Erde geschmolzen. Daraus wurde dann Glas, eben Impaktglas.

Während zweier Expeditionen zu diesem Krater im Februar 2009 und Februar 2010 wurden über 1600 Kilogramm meteoritisches Material gesammelt, wobei danach noch ein bisschen mehr Material gefunden wurde. Der Meteorit ist ein Eisenmeteorit.

Dass in nächster Nähe der Einschlagstelle nicht nur das übliche Bodenmaterial, sondern auch Tausende von Splittern des Meteoriten selbst gefunden wurden, ist ein wenig ungewöhnlich. Wissenschaftler schliessen daraus, dass der Meteorit „Gebel Kamil „ die Erdatmosphäre trotz seinem geringen Gewicht von (geschätzt) nur 5 bis 10 Tonnen fast unzerstört durchqueren konnte und erst beim Aufschlag auf den Boden zerbrach. Bisher ging man davon aus, dass Meteoriten mit einem Gewicht von unter 3000 Tonnen beim Durchqueren der Atmosphäre nicht aushalten und zerbrechen, lange bevor sie den Erdboden erreichen.


Barwell

Am Weihnachtsabend 1965 um etwa 16.15 Uhr schreckte ein heller Blitz am Himmel, gefolgt von einem lauten Knallen, die kleine Gemeinde Barwell auf.

Joseph Grewcock, einer der Einwohner, sah, dass sein Fenster geborsten war, und hielt vor dem Haus Nachschau, wer ihm die Scheibe eingeworfen hatte. Er hob einen hellgrauen Stein neben einem kleinen Loch in der Straße auf und liess ihn sofort wieder fallen: Das Stück war glühend heiss.

Percy England stellte erbost fest, dass jemand offenbar mit einem Betonbrocken eine tiefe Delle in die Motorhaube seines brandneuen Vauxhall Viva geschlagen hatte. Er warf den rund drei Kilo schweren Stein weg und ärgerte sich über die Hooligans, die sein Eigentum verbeult hatten.
Den Einwohnern Barwells wurde erst in den nächsten Tagen klar, was sich wirklich am frühen Abend des 24. Dezember 1965 in ihrer Ortschaft in Leicestershire in den englischen Midlands ereignet hatte: Ein Meteorit war mitten über England explodiert. Hätte der Einschlag über einem dichter besiedelten Gebiet stattgefunden, hätte das schwere Folgen haben können.
Fünfzig Jahre später ärgert sich in Barwell niemand mehr über das extraterrestrische Objekt, ganz im Gegenteil. Der Gemeinderat hat mehrere Meteorwolken, also die Rauchspur eines Impaktors, in seinem Logo.
Der "Querschläger", der Mr. Grewcocks Scheibe eingeschlagen hatte, wurde knapp drei Wochen nach dem Impakt entdeckt. Er hatte sich in einer Vase mit Plastikblumen versteckt.

Mr. England wandte sich unterdessen mit der Schadensmeldung des Autos an seine Versicherung. Diese teilte ihm mit, dass es sich bei dem Einschlag um einen "Act of God", also um höhere Gewalt handle und er daher keinen Anspruch auf Ersatz habe. England wandte sich daraufhin an die Kirche, denn wenn Gott verantwortlich war, müsste dessen irdische Vertretung für den Schaden aufkommen. Diejenigen Barweller, die ihre Funde nicht achtlos wegwarfen, hatten finanziell mehr Glück als Percy England, denn am 6. Jänner 1966 folgten die Weisen dem Weihnachtsstern nach Barwell. Dabei handelte es sich zwar nicht um die drei aus dem Morgenland, dafür aber um Experten des Museums und der Universität von Leicester, des British Museum of Natural History und des Geological Survey.

Sie suchten vor Ort nach weiteren Fragmenten des Meteoriten und boten den Einwohnern an, ihnen ihre Funde abzukaufen. Damit lösten sie einen kleinen Goldrausch aus. Keith Platts, dessen Vater Harold einen Teil des Boliden in einem Loch auf einem Feld gefunden hatte, erinnert sich, dass die Steine um zehn Shilling pro Unze gehandelt wurden. Harold Platts verkaufte sein Exemplar schliesslich um 39,50 Pfund an das Leicester Museum.



Insgesamt wurden rund 44 Kilogramm geborgen, wobei das größte Bruchstück 7,7 Kilogramm auf die Waage bringt. Zusammengesetzt ergaben die Einzelteile einen Stein mit der Grösse eines Weihnachtstruthahns. Beim Eindringen in die Atmosphäre muss der Brocken aber bedeutend massiver gewesen sein und etwa die Größe eines Schreibtischs gehabt haben.
Der Barwell-Meteorit ist ein relativ langweiliger Vertreter der Eindringlinge aus dem All. Als gewöhnlicher Chondrit gehört er zu der mit Abstand häufigsten Klasse: 87 Prozent aller bekannten Meteoriten werden hier dazugezählt. Dabei handelt es sich um Steinmeteoriten, die typische kugelige Einschlüsse aus geschmolzenen und wiedererstarrten Mineralen aufweisen – die Chondren.

Aufgrund seiner Klassifikation ist der Barwell-Meteorit zwar keine Rarität. Doch das Datum seines Falls macht ihn ebenso zu einem begehrten Sammelobjekt wie die Tatsache, dass es sich dabei um den größten britischen Meteoriten handelt. (Quelle: derstandard.at)